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Projektinhalt

 

Ziele

 

Die Ziele des Projekts unterteilen sich in die beiden folgenden Unterthemen:

 

 

Das Projekt kann in folgender Grafik grob zusammen gefasst werden:

 

Kurz gesagt sind die Vorteile des Systems:

  • Performance
  • Schutz der Zettel
  • Erkennung neuer Zusammenhänge

 

Überführung eines handschriftlichen Archivs in eine Onlineressource

 

Während sich die Archivlandschaft im Gegensatz zu den Bibliotheken bislang auf die Onlinepräsentation von Bestandsübersichten beschränkt oder Dokumente kleineren Umfangs ins Netz gestellt hat, wird mit diesem Projekt der pionierhafte Versuch unternommen, der Wissenschaft mit modernster Informationstechnik und heutigen Auswertungsmöglichkeiten ein umfangreiches handschriftliches Archiv bis zur Ebene der digitalen Ablichtungen von Quellen zur Verfügung zu stellen. Die Bereitstellung des Wossidlo-Nachlasses soll sich auf ca. 2,3 Millionen Digitalisate erstrecken, die als offen zugängliche Onlineressource (Open Archive) dauerhaft bereitstehen sollen.

 

Verlinkung des Wissensbestands

 

Der Nachlass des Feldforschers Richard Wossidlo, der hinsichtlich seiner tabulosen Themenbreite, Dichte, Geschlossenheit, Systematik und handschriftlichen Notation im landschaftlichen (ostniederdeutschen) Idiom zu den bedeutsamen Folklorearchiven Europas zählt, stellt den frühen Versuch dar, eine Wissensdatenbank in weithin „verlinkter“ Form aufzubauen, was für Informatiker eine besondere Herausforderung darstellt. Die Sichtbarmachung solcher Verlinkungen innerhalb von Korpora und die Integration weiterer Korpora eröffnen der Wissenschaft neue Dimensionen und Synergien, worauf in diesem Projekt besonderer Wert gelegt wird. Bereitgestellt werden zum einen die sachsystematisch geordnete „Zettelsammlung“ des Ethnographen und die darin ausgewertete Korrespondenz mit seinen Sammelhelfern. Dieser Wissensbestand ist primär landschaftlich-enzyklopädischen Charakters (im Sammelunternehmen erhobene Feldforschungsdaten sowie bereits publizierte Quellen aus vielfach schwer zugänglichen regionalen Periodika), wird jedoch durch Exzerpte der überregionalen volkskundlichen Fachliteratur (schätzungsweise 500.000 bis 600.000 Digitalisate) ergänzt.

 

Virtuelle Plattform für volkskundliche Nachlässe

 

Geordnet wird der Bestand – und darin liegt eine der Grundvoraussetzungen des Projekts – durch einen hochdifferenzierten Thesaurus, dessen Verschlagwortung überarbeitet und der anschließend multilingual präsentiert werden soll. Angereichert wird die Sammlung Wossidlos durch weitere, für ihre Entstehung wesentliche Bestände (Gelehrtenkorrespondenz, thematisch geordnete Zeitungsausschnitte, Manuskriptfragmente, Biographisches etc.: ca. 120.000 Digitalisate). Zum anderen soll das alphabetisch geordnete Wortschatzwissen Wossidlos bereitgestellt werden, welches dieser für das bereits edierte „Mecklenburgische Wörterbuch“ (1942-1992) erstellte. Dabei wird auch der handschriftliche Zettelkatalog Hermann Teucherts, des ersten Leiters der Wörterbuchstelle, einbezogen. Auf diese Weise wird auf der Ebene von Archivalien die Möglichkeit geschaffen, volkskundlich-enzyklopädisches Wissen und regionalbezogenes Wortschatzwissen gegenseitig zu durchdringen. Damit wird eine nachhaltige virtuelle Plattform geschaffen, in die auch andere volkskundliche Nachlässe einbezogen werden können (z.B. Volkslied- und Flurnamenarchiv, regionalbezogene Unterlagen des „Atlas der deutschen Volkskunde“), deren Auswertung im Kontext raum- und zeitgleicher Erhebungen relevant erscheint.

 

Die 5 Säulen des Projekts

 

1.    Herstellung von Farbdigitalisaten und langzeitlagerfähigen Filmen (Bundessicherungsverfilmung), wofür EU-weit ein Auftrag in Höhe von über 308.000 EUR an einen Dienstleister ausgeschrieben wurde: Den Zuschlag erhielt die Firma Mikro-Univers (Berlin), deren Referenzenliste etwa die Digitalisierung und Langzeitsicherung des Fontane-Nachlasses umfasst. Die silberhalogenidhaltigen Filme mit einer Haltbarkeit von mindestens 500 Jahren werden im zentralen Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland, dem „Oberrieder Stollen“, eingelagert. Dieser Projektschritt wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) finanziert, das für die Bundessicherungsverfilmung zuständig ist.

 

2.   Überarbeitung der Verschlagwortung Richard Wossidlos und inhaltliche Betreuung der Präsentation des Archivsystems: Hierfür finanziert die DFG eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle (Vollzeitstelle) des Fachs Volkskunde/Europäische Ethnologie/ Kulturanthropologie, die am 15. Juli 2010 durch Frau Dr. Stefanie Janssen besetzt wurde.

 

3.   Aufbau einer Datenbank: Ein gezieltes Wissensmanagement mit semantischer Vernetzung bedarf einer speziellen wie nachhaltigen Archivlösung mit internationalen Strukturdatenstandards (EAD-XML, METS, MPEG-7, CIDOC CRM). Für Retrieval, Auswertung, Präsentation und Publikation von Suchbefunden soll das digitale Archiv auf bestehenden Systemen (PostgreSQL/PostGIS inkl. Data-Mining-Erweiterungen, Protegé, MyCoRe) aufbauen. WossiDiA soll damit die zugrunde liegende Archivsubstanz nicht nur bequem zugänglich machen, sondern umfängliche Auswertungsmöglichkeiten anbieten. Auch sollen Forscher in die Lage versetzt werden, Fragen, die sich aus speziellen Suchbefunden ergeben, in einer strukturierten Diskussionsplattform des WossiDiA-Systems zu äußern. Hier können auch eigene Forschungsbemühungen sowie Hinweise auf ergänzendes empirisches Material und seine Verarbeitung aufgezeigt werden, sodass Spezialisten untereinander, unabhängig von den Verwaltern des WossiDiA-Systems, kommunizieren können. Wir versprechen uns, auf diese Weise den Nachlass (z. B. durch Erwerb von Korrespondenzteilen) ergänzen zu können oder zu weiteren Transkriptionen zu gelangen. Dieser Projektschritt wird von der DFG finanziert und in einem Teilprojekt der Rostocker Informatik (Dr. Holger Meyer) durch die Vollzeitstelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (Dipl.-Informatiker Alf-Christian Schering) mit Hilfskraftstunden-Anteil umgesetzt. Um die Nachhaltigkeit des Systems sicherzustellen, wurden mit dem Rechenzentrum der Universität Rostock und der Universitätsbibliothek entsprechenden Vereinbarungen unterzeichnet.

 

4.   Wegen der teils semiautomatischen Indizierung ist die Eingabe von Datensätzen auch per Hand zu erledigen, weshalb die DFG ein entsprechendes Kontingent studentischer Hilfskräfte bewilligt hat.

 

5.   Flankierend wird das Projekt von ehrenamtlichen Kräften der 2002 gegründeten „Gesellschaft zur Förderung des Wossidlo-Archivs“ (GWA) unterstützt. Der GWA und einem Träger der Hansestadt Rostock ist es zu verdanken, dass die Archivunterlagen für das Projekt vorbereitet werden konnten, was mehrere Jahre in Anspruch nahm.

 

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Deutsch
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