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Digitalisierungsprojekte zählen inzwischen zum Alltag kulturwissenschaftlicher Arbeit. Gleichwohl fehlt es an Erfahrungen mit der Massendigitalisierung umfangreicher Sammlungen und ihrer effektiven Nutzbarmachung für das Internet. Besondere Probleme birgt etwa die digitale Transformation ethnographischer handschriftlicher Sammlungen, die aus großräumlichen Erhebungen hervorgegangen sind. Hier sind kaum überschaubare Mengen, darunter vielfach zerfallsgefährdete Unikate, dauerhaft zu sichern, zu digitalisieren und über intelligente und effiziente Content-Management- und Retrievaltechniken nachhaltig zugänglich zu machen.

Strategien der Digitalisierung und Online-Präsentation kultureller, insbesondere ethnographischer, Sammlungen sind daher vom 26. bis 28. September 2012 Thema eines internationalen Symposiums an der Universität Rostock. In dem DFG-Projekt „WossiDiA“ bereiten die Veranstalter zurzeit die Sammlung Richard Wossidlos (1859-1939) zur historischen Volkskultur und Mundart Mecklenburgs für die vollständige Präsentation im Internet auf. Sie besteht aus über zwei Millionen handschriftlichen Aufzeichnungen und Belegen in hochkomplexer Ablageordnung. Die Tagung dient dem Erfahrungsaustausch zwischen Projekten vergleichbarer oder ähnlicher Problematiken in den Disziplinen Kulturanthropologie, Ethnologie, Volkskunde, Sprachwissenschaft/ Dialektologie, Landesgeschichte und Informatik sowie in den Institutionen Archiv, Bibliothek und Museum. Überdies will sie Mut machen, kulturelle Sammlungen für das öffentliche Datennetz zugänglich zu machen und hierfür in einen fruchtbaren Dialog mit der Informatik zu treten.

Folgende Themen sollen auf der Tagung im Vordergrund stehen:

  • Konzeption
    • Analoge und digitale Langzeitsicherung sowie Nachhaltigkeit digitaler Archive: Probleme, Lösungsansätze, Richtlinien und Standards
    • Planung von Digitalisierungsprojekten und des Aufbaus Digitaler Archive
    • Schnittstelle zwischen Kulturwissenschaft und praktischer Informatik bei der Konzeption und Durchführung von Digitalisierungsprojekten
    • Hauseigene Digitalisierung versus Dienstleister-Beauftragung
    • Integration verschiedener Quellenmaterialien (Handschriften und Briefe, Drucke, Fotografien, Objekte, Karten etc.)
    • Herausforderungen und Lösungen bei der Konzeption und Umsetzung von Digitalisierungs-Workflows
  • Umsetzung
    • Einsatz von allgemeinen digitalen Archiv- und Bibliothekssystemen; Nutzbarkeit bestehender Softwarelösungen versus archivspezifische Neuentwicklung
    • Vernetzung digitalisierter und nicht digitalisierter Bestände von Archiven, Bibliotheken und Museen
    • Integration verteilter Archive und Portalsysteme sowie Perspektiven für Europeana, die Deutsche Digitale Bibliothek und ähnliche Initiativen in anderen Ländern
    • Meta- und Strukturdaten: Erschließungsstandards, Bearbeitungstechniken, hochvernetzte Metadaten, Klassifikation, Thesauri, Indizierung und Ontologieeinsatz sowie deren Dynamiken
  • Nutzung
    • Retrieval-, Auswertungs- und Darstellungstechniken online gestellter Sammlungen
    • Visualisierungsstrategien und Interaktionsparadigmen für Archivbesuche im Internet
    • Nutzungsszenarien für digitale Archive; Verwendung von Nutzerrollen (Nutzer als Kommentator, Bearbeiter, Zeitzeuge, Quellenlieferant, etc.)
    • Kritik zum Nutzerverhalten in Online- im Vergleich zu Offline-Archiven
    • Nutzungsrechte für digitale Archivinhalte: Open Access versus Digital Rights Management
    • Digital Collaboration: Einsatz von Web 2.0-Technologien zur Metadatenanreicherung
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